Nachfolgend findet sich eine Auswahl an Projektberichten, die häufig auf Keniareisen zur Round Table School of Hope entstanden sind.

••• 2016

Im Februar 2016 machten sich 24 Unterstützer der Round Table School of Hope aus Deutschland, Schweden und der Schweiz auf den Weg nach Kenia. Für die eine Hälfte war es nach langer Unterstützung der erste Besuch, für die anderen ein bekanntes Reiseziel des Herzens, das jedes mal wieder ein wahres Gänsehaut-Erlebnis ist.
Mit auf der Reise war Sascha Mummenhoff, der ehemalige Präsident von Round Table Deutschland. Nachfolgend finden sich Auszüge aus seinem Reisebricht:

Erfüllte Hoffnungen – Warum die „School of Hope“ eines der wichtigsten Round Table Projekte ist

Wie nachhaltig sind die nationalen Serviceprojekte von Round Table Deutschland? Diese Frage wird häufig gestellt. Fast genauso häufig, wie die Frage, ob das Geld, was wir Jahr für Jahr einsammeln auch wirklich ankommt. Beide Fragen sind berechtigt – vielleicht besonders dann, wenn das Geld in internationale Projekte fließt. Die „Round Table School of Hope“ in Kenia war das nationale Projekt im Jahr 2007/08, nachdem RTD-Ehrenmitglied Stefan Bügler im Jahr 2005 von einer seiner vielen Reisen mit nach Deutschland brachte. Schon damals begeisterte das Projekt Tabler und Old Tabler gleichermaßen. Diese Faszination hat in den vergangenen elf Jahren nicht abgenommen. Spenden in Höhe von mehr als 1,1 Millionen Euro machen die RTSoH zu einem der erfolgreichsten Round Table-Projekte.

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Im Februar hatten wir die Gelegenheit, nach Kisumu (Kenia) zu reisen, um uns vor Ort ein Bild zu machen. Bevor es aber nach Kisumu ging, schauten wir uns die Bücher an. Es ist beeindruckend, wie sorgsam und verantwortungsvoll seitens der Projektpartner mit den Spenden umgegangen wurde und wird. Die Prüfung hat ergeben, dass die Bücher absolut top geführt sind.

Worum geht es bei der „School of Hope“: Dort wird Kindern eine Bildung ermöglicht, die sie befähigt, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und für sich, ihre Familie und ihr Heimatland bessere Lebensumstände zu schaffen. In der Region sind fast 30 Prozent mancher Altersgruppen HIV/AIDS infiziert, die medizinische Versorgung ist ungenügend. Schlimmer noch: Behinderte Kinder gelten als Fluch und werden versteckt. Die RTSoH bietet Lösungen: Eine Ausbildung mit dem Vorbild westlicher Standards, die Integration von Behinderten, ein Berufsausbildungszentrum und eine Secondary School zur Qualifikation für die Universität, Stipendien für AIDS-Waisen, ein Ernährungsprogramm, eine medizinische Station zur ambulanten Behandlung inklusive eines HIV/AIDS-Aufklärungsprogramms und der palliativen Betreuung von AIDS Patienten sowie Erwachsenenbildung.

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Viele Worte, die aber nicht im Ansatz unsere Gefühle beim Besuch in der Schule widerspiegeln können. Uns begrüßten hunderte Jungen und Mädchen mit strahlenden Gesichtern. Ihnen war die Hoffnung anzusehen, die sie dank der „School of Hope“ haben. Junge oder Mädchen, gesund oder behindert – wer in Kisumu oder Dago zur Schule gehen darf, hat die Chance, etwas aus seinem Leben zu machen. Die Jugendlichen schilderten uns ihre Wünsche und Ziele. Der 15 Jahre alte George möchte IT-Spezialist werden; sein Freund Gordon Roboter entwickeln. Unerreichbare Träume? Nicht in der „School of Hope“. Beeindruckend war auch das unglaubliche Engagement der Lehrer, die motivierend ihren Schülern Lesen, Schreiben und Rechnen – aber auch Hygiene – vermittelten.

Sprachlos waren wir, als uns Gibson sein Leben schilderte. Weil der an ALS erkrankte Junge behindert war, schickten ihn seine Eltern damals nicht zur Schule. Er lebte versteckt in einer Hütte. Dank der RTSoH hat Gibson eine Perspektive. Sein Ziel: „Ich möchte Anwalt werden und mich für bedürftige Menschen einsetzen.“ Und selbst, wenn er sein Ziel nicht erreichen sollte, spürten wir alle, dass Hoffnung ihn umgibt. Wir alle können dabei helfen, hunderten Kindern die Möglichkeit auf ein besseres Leben zu geben – Jahr für Jahr. Die erreichten Ziele sind beeindruckend. Wichtiger ist jedoch: Die Reise ist noch nicht zu Ende. Die „Round Table School of Hope“ braucht weiterhin unsere Unterstützung.

Alle, die mehr über den Bau der Boarding Houses wissen möchten und über die notwendigen sanitären Anlagen, melden sich bitte unter boarding@rt-school-of-hope.de

 

••• 2014

Diesen Bericht zur Kenia-Reise 2013 verfassten Falko Meißner (RT 5 Berlin) und
Konstantin Decker-Horz (RT 163 Rheingau)

Eine deutsch-kenianische
Erfolgsgeschichte

 

JAMBO! So hieß es wieder. „Mr. School of Hope“ Stefan Bügler (OT 70 Lüneburg) hatte erneut zu einer kombinierten Tour geladen – Safari in der Massai Mara sowie Besuch der Round Table School of Hope (RTSoH), um das 2013 fertiggestellte Schulgebäude mit Speisesaal in Dago (einem Außenstandort der RTSoH) zu eröffnen.

Einige von uns waren erstmals in der RTSoH, andere bereits zum zweiten, dritten vierten Mal. Bei der Anreise wurde oft über den Moment gesprochen, wenn sich das Tor zum Schulgelände öffnet, Afrikanische Rhythmen erklingen und 800 Schüler vor der Kulisse mehrerer ansehnlicher Schulgebäude beginnen zu singen und zu tanzen. Doch als wir dann – egal ob zum ersten oder wiederholten Mal – diesen Moment wirklich erleben dürfen, kann sich keiner gegen heftige Gefühlsausbrüche wehren. Manche von uns tanzen mit, andere genießen still und fast alle – egal ob versteckt hinter der Sonnenbrille oder „offen“ haben Tränen in den Augen.

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Das haben maßgeblich wir durch einen über mehrere Jahre währenden intensiven Kraftakt geschaffen: Eine Insel inmitten einer sehr ärmlichen Kenianischen Vorstadtsiedlung. Eine Insel für Kinder mit und ohne Behinderung. Hier können die Kinder unter sehr guten Bedingungen lernen – in Kenia nicht selbstverständlich. Hier bekommen die Kinder ein regelmäßiges Schulessen. Hier gibt es überhaupt Unterricht für behinderte Kinder. Hier bietet die Klinik medizinische Grundversorgung und bekämpft aktiv Aids und Tropenkrankheiten in ihrem Einzugsgebiet. Vielen kenianischen und deutschen Problemen und Widerständen zum Trotz konnte dieses Ziel erreicht werden. Tränen fließen, die Kinder lachen, wir schlucken, die Kinder tanzen, wir lächeln und schlucken und dann werden wir in den Speisesaal „geschoben“. Dort geht die Show weiter – von den Kleinsten, über die Behinderten bis zu den Größten bekommen wir ein buntes und tolles Programm.

Inmitten dieses bunten Spektakels befinden sich 3 Menschen, welche maßgeblich für die School of Hope stehen – Jenny, die Gründerin der Schule nebst Stiftung, welche vor Jahren als Missionarin mit einer Vision aus Westaustralien kam. Natalie Ihre Tochter, welche diese Vision gemeinsam mit Ihr – viel weiter als in kühnsten Träumen gehofft und erbetet – in die Realität geführt hat. Natalie ist Stiftungsvorstand, Schulleiterin, Klinikleiterin, Bauherrin, Mutter, Psychologin, Geschichten-aller-Kinder-im-Einzelnen-Kennerin, Schulabsolventen-mit-Behinderung-Jobvermittlern in Verbindung mit weiteren Talenten, welche sich in dieser einzigartigen Frau auf wundersamer Weise vereint haben. Und Stefan Bügler, der mit einem unglaublichen persönlichen Einsatz in den letzten Jahren dieses Projekt mit Leben, Spendengeld und RT Spirit erfüllt hat.

Tränen fließen nicht nur beim Erleben der Kinder in der Schule. Sondern auch, als wir die Möglichkeit haben, die Geschichten der Eltern behinderter Kinder zu hören, welche durch die RTSoH ein neues Leben bekommen haben. Teilweise sind es die Großeltern, Tanten oder Onkel, welche diese Geschichten erzählen „müssen“. AIDS hat die leiblichen Eltern leider viel zu oft den Kindern genommen. Der Tenor ist oft gleich – erst die RTSoH gab den Familien die Möglichkeit und das Selbstbewusstsein, zu der Behinderung der Kinder zu stehen, überhaupt wieder einen Job annehmen zu können und eine Perspektive zu bekommen.

In der Zweigstelle der RTSoH in Dago, wo ca. 400 Kinder eine ebenso gut organisierte Schule besuchen dürfen, haben wir in diesen Tagen dann gemeinsam den Speisesaal eröffnet und mit einem Festessen (Reis und Bohnen für Kinder, Lehrer, Eltern und uns) zünftig in Betrieb genommen. Auch hier werden wir festlich begrüßt, ein süßes Empfangskomitee hat sogar Deutsch-Englische Begrüßungsschildchen vorbereitet. Und der Hüftschwung der Erstklässler beim Tanzen bringt nicht nur uns sondern auch die Eltern zum Schmunzeln.

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In dem Ausbildungszentrum sind dann handfeste Themen gefragt. Unter Federführung von Engelbert Friedsam wird der Bestand an Maschinen und Werkzeugen geprüft sowie technische Themen und Bedürfnisse erörtert. Feierlich können schließlich auch gesponserte Werkzeuge übergeben und sofort – typisch deutsch – inventarisiert werden. Ordnung muss sein. Und dank eines begnadeten Schneider-Lehrlings geht keiner von uns ohne ein maßgeschneidertes Kenia Gewand vom Hof. Wolfgang Joop hätte seine wahre Freude gehabt.

Nach so langer Zeit eines RT Projektes kommt natürlich oft die Frage nach einem „Ergebnis“ auf. Emotional kann die Antwort, dass RT Geld hier richtig investiert wurde, nur mit einem klaren „Ja!“ beantwortet werden. Aber es sind auch wirklich „messbare“ Ergebnisse zu verzeichnen. Beide Schulstandorte der RTSoH schneiden bei den in Kenia üblichen Schulvergleichen stets auf den vordersten Plätzen ab. Talente der Schule schaffen es in verschiedenen Disziplinen bis in Nationale Wettbewerbe (z.B. Platz 4 im Schüler Sängerwettbewerb). Die Gründe dafür liegen nicht in der überdurchschnittlichen Intelligenz der Schüler. Sondern vor allem daran, dass aufgrund der geschaffenen Infrastruktur und einem ordentlichen Management wirklich konsequent „Schule“ betrieben werden kann. Das ist in Kenia leider nicht selbstverständlich.

Doch auch die Frage nach der Perspektive, wenn die Schule vorbei ist, muss gestellt werden dürfen. Hier greift das rundum stimmige Konzept der Ausbildungsklassen für die Jugendlichen. Nicht nur, dass in der Tischlerei und der Schweißerei alle Schulmöbel selbst angefertigt und gewartet werden können. Und dass die Schulkleidung von den Schneider-Lehrlingen für die Schule gewinnbringend selbst produziert wird. Mit der Chance, auch behinderten Kindern eine Ausbildung zu bieten, werden hier für Kenianische Verhältnisse ungewohnte Möglichkeiten zur Selbsthilfe eröffnet. Jüngst wurde ein Tischler Azubi in eine Festanstellung bei einem lokalen Bau- und Möbeltischler übernommen. Ist das nicht wunderbar und obendrein noch messbar? Daneben finden in und um die Schule und die Klinik unzählige kleinste gesellschaftliche Veränderungen in der lokalen community statt, welche ohne die Impulse der von uns maßgeblich mit aufgebauten „Insel RTSoH“ nicht in dieser Form denkbar wären.

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Auf keinen Fall unerwähnt sollten unsere Kenianischen Tablerfreunde aus Nairobi und Kisumu bleiben. Wir wurden wieder herzlichst empfangen. Lokale Tabler unterstützen die RTSoH auf verschiedenste Weise vom Audit über die Baustoffversorgung bis hin zu ordentlichen Rabatten bei den Einkäufen für die Schule. Und in Sachen homehosting sprechen bis zu 5 Deutsche Gäste für 5 Tage in einer Familie eine sehr gastfreundliche Sprache. Offensichtlich haben wir uns gut geführt, denn die erneute Einladung für eine Wiederkehr kam von Herzen. Lediglich eine Einschränkung hatte unser Gastgeber – 24 Stunden Vorwarnzeit vor der nächsten Anreise bräuchte er schon für die Vorbereitung!

Aus dem Flugzeugfenster schauend, ziehen diese intensiven Tage vor unserem inneren Auge vorbei: Ankunft in der Welt-Stau-Hauptstadt Nairobi; Tabler-Hallo unter uns und mit Nairobi RT; Aufbruch in die Massai Mara zur Safari mit unglaublich schönen Naturerlebnissen; Fahrt in Richtung Kisumu über wilde Pisten und schlechte Straßen – Kinder winkend am Straßenrand; Hütten, Stände, alle möglichen „Gewerke“ am Straßenrand; slumähnliche Behausungen; Müll, brennender Müll neben spielenden Kindern; festere Gebäude in Richtung Kisumu; herzlicher Empfang durch unsere Freunde in Kisumu; die unglaublich emotionalen Erlebnisse in der Schule; Einkaufen mit ca. 100 Behinderten Kindern (Schuhe, Waschutensilien, Schlafdecken – in diesem Jahr u.a. finanziert durch Round Table Children´s Wish e.V.); individuelle Abende mit den Familien der hosts; die RT28 Equator Charter Night; Besuch eines indischen Tempels in Kisumu; Cook outs (Indisch Kochen auf Kenianisch) mit den Tablern und Natalie – und immer wieder die Gesichter der Kinder.

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••• 2012

Diesen Bericht zur Kenia-Reise 2012 verfasste Julian Luckenbach (OT 203 Leipzig)

Viel mehr als nur die Übergabe eines Schulgebäudes

Eine 16-köpfige Reisegruppe aus Deutschland übergab die Dago Primary School, ein 2-stöckiges Gebäude, das rund 36 mal 12 Meter misst, am 20. Juli 2012. Vor allem emotional gab es für die Delegation viel zu verarbeiten.

Die Einweihungsfeier war von wunderbaren Vorführungen der Kinder geprägt und emotionalen Reden von Müttern, die sich bei uns und damit jedem Unterstützer der Round Table School of Hope, für den Bau der Dago School bedankt haben.

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Ich bin überzeugt, das kam aus tiefem Mutterherz und drückte ehrliche Freude und Erleichterung über die Möglichkeit aus, ihren Kindern diese Qualität der Erziehung und Ausbildung geben zu können. Eine Mutter nahm den Ball auf und schilderte ihre Hoffnungslosigkeit und nannte die Schule dann im engsten Sinne des Wortes die „School of Hope“ für ihr Kind. Dafür spricht, dass die Dago Nursery von der Schulbehörde als beste von 19 Nurseries im Distrikt zum Ende des letzten Schuljahres ausgezeichnet wurde.

Man muss sich vor Augen halten, was das für die Kinder bedeutet: sie haben durch diese Ausbildung an dieser Schule die Chance, für sich und für ihre Familien eine selbstbestimmte Zukunft zu gestalten – dass das an den normalen (staatlichen) Schulen nicht selbstverständlich ist, ist leider die tägliche Realität in einem Entwicklungsland in der Dritten Welt, in dem Korruption nach wie vor ein riesiges Problem ist.

Round Table hat ja schon viele tolle Projekte gemacht. Der Umfang und die Nachhaltigkeit dieses Projekts und der damit verbundenen Infrastruktur, wie z. B. der zwei ausgebauten Schulstandorte, der Behindertenschule, des Ausbildungszentrums, der Schulspeisung mit Hilfe der Milch der schuleigenen Kühe, der Klinik, die einen immens wichtigen Beitrag zur HIV-Bekämpfung, zur Verteilung der lebenswichtigen Malaria-Medikamente und der Betreuung von Schwangeren bis hin zur Geburt leistet, um nur ein paar Beispiele zu nennen, ist sagenhaft.

Das Round Table School of Hope Projekt hat dafür übrigens „lediglich“ die Infrastruktur finanziert. Die operative Finanzierung der Schule wird von Anfang an durch ein lokales NGO vor Ort organisiert. Denn nur so können die realisierten Einrichtungen langfristig das Angebot von überdurchschnittlicher Bildung bereitstellen und nachhaltig sichern. Das beste Beispiel dafür ist das Ergebnis der 8. Klasse im regionalen Abschlußexamen, die Platz 10 von 158 Schulen erreichte und deren Schülern nun die Tür zur Secondary School weit offen steht.

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Übervoll mit Eindrücken und Erlebnissen machten wir uns wieder auf den Heimweg. Eine unglaubliche Reise, die uns alle als reiche Menschen nach Hause kommen lässt und mit der Hoffnung, im nächsten Jahr zur Übergabe von Speisesaal, Küche und Bibliothek in Dago die Kinder, Eltern und Lehrer wieder zu treffen.

 

••• 2011

Diesen Bericht zur Kenia-Reise 2011 verfasste Jens-Peter Zeyn (RT 70 Lüneburg)

Spätestens jetzt begreift jeder die Dimensionen unseres Engagements

Im Februar 2011 machte sich die bisher grösste deutsche Reisegruppe auf, um die durch das Round Table School of Hope Projekt geschaffenen Möglichkeiten selbst zu erleben. Jeder der Mitreisenden hatte sich im Verlauf der letzten Jahre irgendwie im Projekt engagiert. Es gab also schon gewisse Vorstellungen über das Erreichte, aber diese wurden eindeutig bei jedem übertroffen.

Der Schulbus bringt uns erneut über holprige Schotterpisten durch die Vororte von Kisumu und hält an einem großen Eisentor. Hier ist sie also, die Round Table School of Hope.

Wir steigen aus und das Tor öffnet sich. Musik ertönt – laut, afrikanisch, fröhlich und einladend. Durch den Torspalt erblicken wir einen langen Weg bis zu den ersten Schulgebäuden. Er ist beidseitig umsäumt von über 500 spalierenden Schülern aller Klassen in bunten Gewändern, die singen, tanzen und klatschen. In der Mitte auf dem Weg: Zwei tanzende „Special Needs“ Kids als Haupt-Akteure.

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Wir gehen durch die tanzenden und lachenden Kinder. Langsam begreifen wir, was das hier ist. Das hier ist einmalig. Es ist eine Schule der Hoffnung. Endlich können wir sehen, welche Möglichkeiten wir mit diesem Projekt geschaffen haben. Die Kinder strecken ihre Hände aus, wir Klatschen hinein – Ihre Freude wird immer größer. Unsere auch! Langsam fangen auch wir an zu tanzen. Der Moment ist atemberaubend, herzergreifend und überzeugend. Dieses Projekt steht wie ein Leuchtturm mitten in Kenia, und es lebt. Jeden Tag.

Anschließend nehmen wir in der Aula der Schule neben den Schülern Platz. Die Aufführung für uns beginnt: Die „Special-Needs“ Kids machen mit eigenen Instrumenten Musik und tanzen auf der Bühne. Es folgt ein Theaterstück eines jungen Mädchens aus der Primary-School, die damit schon an der nationalen Theater-Auswahl teilnahm. Zum Schluss eine Vorführung von mehreren Kindern mit tiefem Hintergrund: menschliche Abgrenzung, Diskriminierung, Stammesdenken, Wahlbetrug, Gruppendynamik, Macht und Versöhnung – alles ist enthalten. Es zeigt, dass das Konzept der Schule stimmt, denn die Inhalte sind fein erlesen.

Nach diesem unvergesslichen Welcome geht es auf Erkundungs-Rundgang: Wir gehen in den Unterricht, machen die Pausen und die Mahlzeiten mit. Wir schauen uns um und kommen auch zum Schul-eigenen Kuhstall mit dem Gemüsefeld. Hiermit wird ein Teil der täglichen Grund-Nahrung für die Schüler gesichert, durch den Verkauf von Milch werden außerdem weitere Lebensmittel zugekauft.

Weiter geht’s zum neuen Gebäude der Secondary School, die durch Spenden von deutschen Round Tablern und Old Tablers gemeinsam geschaffen wurde. Heute übergeben wir diese Gebäude offiziell und durchschneiden feierlich das Band zur Eröffnung. Wir schauen uns die neue Secondary School genau an und nehmen dann Platz unter einer Schatten spendenden Zeltplane im fein geschmückten Innenhof der Schule.

Nach einer kurzen Ansprache kommen zwei Mädchen auf die Bühne. Es wird die Melodie von „We are the World“ gespielt, die Mädchen singen tatsächlich das Lied dazu am Mikrofon – live. Gleichzeitig öffnet sich die Haupteingangstür zum Innenhof und langsam kommen alle Schüler herein. Sie verteilen sich links und rechts entlang des Gebäudes, oben und unten. Über 500 Schüler winken uns nun mit School-of-Hope-Fahnen zu und singen „We are the world“ – und wir sitzen mittendrin. Erneut rollen Tränen der Rührung bei den Tablern aus Deutschland. Spätestens jetzt begreift jeder die Dimensionen unseres Engagements!

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Nach dieser atemberaubenden Eröffnungs-Zeremonie kommt der Parlaments-Abgeordnete von Kisumu ans Mikrofon und weiht die Schule ein – er lobt das Engagement und das Konzept der Schule. Der Vertreter der kommunalen Regierung tut es ihm gleich.

Nun sind wir wieder dran: Stefan Bügler, der Initiator des RTSoH-Projekts, begrüsst die Anwesenden und bedankt sich bei allen, die dieses Projekt lokal und im fernen Deutschland unterstützt haben. Er freut sich über die Chance für die Kinder in dieser Schule und hofft dass sie diese nutzen werden. Diese Möglichkeit nutzen nun die mitgereisten Mitglieder vom Round Table 70 aus Lüneburg und übergeben einen Spenden-Scheck. Es ist das Startkapital für den Bau der Dago Primary School. Die Schulleiterin Natalie und die Kinder sind begeistert – wir auch!

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Danach übergeben wir noch neue Klassenzimmer für die Behindertenschule (Special Needs School) sowie den Klinikausbau. Die Klinik kann nun als offizielles „Patient Support Center“ fungieren und wird neben den ambulanten Standardbehandlungen vielen Tausend Menschen im Bereich HIV/AIDS Aufklärung und Behandlung zu Teil werden lassen.

 

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